Die deutsche Energiepolitik wird von Prof. Joachim Weimann, Volkswirtschaftler an der Universität Magdeburg, als „kompletter Blindflug“ bezeichnet. Seine Analyse zeigt: Der massive Ausbau von Windkraftanlagen führt nicht zu wirksamem Klimaschutz, sondern zu einer ineffizienten und extrem teuren CO₂-Vermeidungspolitik.
Statt Emissionen nachhaltig zu senken, bewirkt diese Politik vor allem:
- Verdrängung der Industrie ins Ausland – energieintensive Unternehmen wandern ab, während die Emissionen global unverändert bleiben.
- Immense Verteuerung der Energie – Bürger und Betriebe zahlen die Kosten, ohne dass ein echter Klimanutzen entsteht.
- Zerstörung von Natur und Landschaft – große Teile Deutschlands dienen inzwischen fast ausschließlich der Erzeugung volatiler „Erneuerbarer“.
Die Unvereinbarkeit von „Klimaschutz“ und echtem Umweltschutz wird hier deutlich: Während Wälder, Biodiversität und Landschaften geopfert werden, bleibt die Versorgung unsicher. Wie selbst der E.ON-Chef betont, ist das Netz nicht darauf ausgelegt, weitere Windräder und Solarparks aufzunehmen. Bei Dunkelflaute liefern sie keinen Strom, bei Hellbrisen müssen sie abgeschaltet werden, um teuren Überschuss nicht ins Ausland „verklappen“ zu müssen.
Die Folgen sind gravierend:
- Deindustrialisierung durch Wettbewerbsnachteile.
- Verarmung der Bürger durch steigende Energiepreise.
- Verlust von Naturwerten durch Industrialisierung der Landschaft.
Für Bad Orb bedeutet das: Die Stadt hat keine moralische Pflicht, sich am Windradbau zu beteiligen. Mehr Windräder lösen das Problem der volatilen Energie nicht – sie verschärfen es. Als Gesundheitsstandort und Kurstadt muss Bad Orb seine Natur und Infrastruktur schützen, statt sie für eine ineffiziente Energiepolitik zu opfern.
Während der Bauphase von Windkraftanlagen werden die Oberflächenprofile durch Abtrag, Umschichtung und Verdichtung erheblich verändert. Der natürlich gewachsene Boden ist damit irreversibel geschädigt. Waldartige Strukturen und wertvolle Biomasse gehen, teilweise unwiederbringlich verloren. Dafür wird in großem Umfang Energie aufgewandt und es werden dementsprechend Schadstoffe freigesetzt.
Quellen, fließende und stehende Gewässer sind in ihrem Bestand bedroht und können schließlich versiegen. Der natürliche Lauf des Wassers ist durch den Eingriff damit unwiederbringlich zerstört.
Die Produktion, der Einbau und der Transport von Baustoffen benötigt ebenso Energie und bedingt die Freisetzung von Schadstoffen.
Der Betrieb von Windkraftanlagen beeinträchtigt das Kleinklima. Durch den erzeugten Sog werden die Böden ausgetrocknet, die Verwirbelung nimmt negativen Einfluss auf Luftströme und stört die Funktion von Kaltluftschneisen. Die umfangreichen, befestigten Zuwegungen verschärfen diese Situation zusätzlich.
Der erhebliche Abrieb der Rotorenblätter (mehrere hundert Kilogramm pro Windkraftanlage) durchdringt den Bodenfilter und belastet das Trinkwasser in gesundheitschädlichem Ausmaß.
Die Fauna, insbesondere Vögel und Fledermäuse, werden von den schnell drehenden Rotoren geschädigt und getötet. Geräusche und Ultraschall verdrängen sensible Tiere. Deren natürliche Ausbreitung und die Wiederbesiedlung der von der Windindustrie in Anspruch genommenen Lebensräume ist damit nicht mehr möglich.
Die weithin unübersehbare technische Überbauung von natürlichen Landschaften beeinflusst die Psyche und das Wohlbefinden einer ohnehin in erheblichen Maße vorbelasteten Gesellschaft und gibt dem Menschen das Gefühl dem zivilisatorischen Druck ohne Rückzugsort gnadenlos ausgeliefert zu sein.
Beim Rückbau der Windkraftanlagen werden, neben der wiederum in großem Umfang aufzuwendenden Energie, wieder erhebliche Mengen an Schadstoffen und Rückständen freigesetzt. Die Renaturierung, der Rückbau von versiegelten Flächen einschließlich der einzubringenden Waldböden und der Herstellung des ursprünglichen Wasserflusses, ist ein nahezu unmögliches Unterfangen.
Gesundheitliche Belastungen: Warum Windkraftanlagen für Erholungs‑ und Heilregionen problematisch sind
Windkraftanlagen wirken nicht nur technisch in die Landschaft hinein, sondern tief in das gesundheitliche und psychische Wohlbefinden der Menschen. Besonders in Regionen, die auf Ruhe, Heilwaldqualität und natürliche Regeneration angewiesen sind, entsteht ein grundlegender Konflikt zwischen Erholungsanspruch und technischer Dauerbelastung.
Gesetzliche Schutznormen – Schutz vor Lästigkeit, nicht vor Gesundheitsstress
Die geltenden Grenzwerte für Lärm und Schattenwurf orientieren sich an der Zumutbarkeit für Wohngebiete. Sie begrenzen lediglich die Lästigkeit – nicht jedoch die Anforderungen, die ein Erholungs, Kur oder Urlaubsstandort erfüllen muss. Für Rekonvaleszenz, Stressabbau und gesundheitliche Stabilisierung braucht es ein deutlich niedrigeres Reizniveau. Heilwälder und Kurorte leben von Ruhe, Dunkelheit, Gleichmäßigkeit und natürlichen Rhythmen. Diese Qualitäten lassen sich nicht mit technischen Dauerreizen vereinbaren.
Regeneration braucht Entlastung – nicht zusätzliche Reize
Erholung funktioniert physiologisch über die Absenkung des Stressniveaus. „Detox“ von Umweltbelastungen gelingt nur durch Reduktion von Reizen, nicht durch deren Addition. Werden zusätzliche akustische oder vibroakustische Belastungen hinzugefügt, steigt das Stressniveau weiter an. Für Menschen, die Ruhe suchen oder sich in medizinischer Behandlung befinden, kann dies die Erholung erheblich beeinträchtigen.
Infraschall und niederfrequente Schwingungen – ein wenig verstandener Belastungsfaktor
Windkraftanlagen erzeugen Infraschall und niederfrequente Schwingungen (IS/LFN), die sich über große Distanzen ausbreiten und bauliche Strukturen durchdringen können. Die Forschung beschreibt verschiedene physiologische Reaktionen auf solche Reize, darunter:
- Schlafstörungen, Schwindelgefühle, Kopfdruck und Kopfschmerzen
- Tinnitusähnliche Wahrnehmungen und vegetative Stressreaktionen
Diese Effekte sind nicht bei allen Menschen gleich ausgeprägt, aber sie sind dokumentiert und werden in der wissenschaftlichen Diskussion ernst genommen. Entscheidend ist: Die Wirkmechanismen sind noch nicht vollständig verstanden, und gerade deshalb sollten sensible Regionen besonders vorsichtig behandelt werden.
Psychische Belastung durch Bedrängung und Identitätsverlust
Neben den körperlichen Reizen wirken Windkraftanlagen auch psychologisch: Die enorme Höhe moderner Anlagen, ihre ständige Bewegung und ihre Dominanz im Sichtfeld erzeugen ein Gefühl von Bedrängung. Gleichzeitig verlieren Menschen durch die technische Überformung vertrauter Landschaften ein Stück ihrer heimatlichen Identität. Dieser Verlust wirkt sich nachweislich auf Wohlbefinden, Stressverarbeitung und Lebensqualität aus.
„Wir bauen Erneuerbare, die wir nicht brauchen, in ein Netz, das es nicht verträgt“ E.ON-Chef Leo Birnbaum
Wo soll der Strom, den Ørsted auf dem Horst produzieren will, hin? Das Umspannwerk an der Eisernen Hand sowie die Hochspannungsleitungen sind ausgelastet. Bei Pfaffenhausen erhalten zwei genehmigte Anlagen keine Anschlussgenehmigung und werden nicht gebaut, während Investoren weiter planen. In unserer Gegend werden große Flächen als Lager für den Windkraftausbau gesucht – Landschaft, Gesundheit sowie Flora und Fauna spielen dabei kaum eine Rolle. Klimaschutz dient als Rechtfertigung für Projekte, die nur durch hohe Subventionen - unsere Steuern - rentabel sind.
Der übermäßige Ausbau der Erneuerbaren treibt seit Jahren die Strompreise und trägt zum Industriesterben bei. Stattdessen wurden Kohle- und Kernkraftwerke abgeschaltet. Um die Folgen abzumildern, soll der Industriestrompreis subventioniert werden, doch hohe Auflagen schränken den Nutzen ein. Sinkende Strompreise werden durch Steuern ausgeglichen – echte Kostensenkungen sind nicht erkennbar.
Tatsächliche Preissenkungen können nur durch Kostensenkung bewirkt werden. Dies sind jedoch weit und breit nicht zu erkennen.
Netzgebühren werden unbezahlbar
Laut einer Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts Köln kostet der Netzausbau bis 2045 rund 732 Milliarden Euro. Die Netzkosten könnten für Haushalte um etwa 18 ct/kWh, für Gewerbe um 15 ct/kWh und für die Industrie um 7 ct/kWh steigen. Letzteres würde eine Grundstoffindustrie in Deutschland unmöglich machen. Ursache ist der Ausbau volatiler erneuerbarer Energien: Netze müssen für deren Überproduktion überdimensioniert werden und sind bei Dunkelflauten unwirtschaftlich ausgelastet.
Wir benötigen eine Politik welche vorurteilsfrei alle Möglichkeiten der kohlenstofffreien Stromerzeugung nutzt: versorgungssicher, preiswert, nachhaltig.
Zurück nach Bad Orb: Die Kreiswerke Main-Kinzig senkten im November 2025 den Arbeitspreis. Begründung: gesunkene Netzentgelte durch einen Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden Euro. Wieder gilt: linke Tasche (Strompreis), rechte Tasche (Steuern).
Deutschland erzeugt heute rund 65 % seines Stroms aus CO₂‑freien Quellen wie Wind, Sonne, Biomasse und Wasserkraft. Doch beim gesamten Primärenergieverbrauch liegt der CO₂‑freie Anteil lediglich bei etwa 10 %. Eine echte, nachhaltige Energiewende sieht anders aus.
Der massive Ausbau volatiler Energieträger wie Wind und Sonne macht das Stromsystem jedoch zunehmend instabil. Die jüngsten großflächigen Stromausfälle auf der Iberischen Halbinsel haben verdeutlicht, wie anfällig ein System wird, das im Wesentlichen wetterabhängige und eingeschränkt steuerbare Quellen favorisiert. Auch wenn die genaue Ursache noch untersucht wird gilt: je höher der Anteil volatiler Erzeugung, desto größer die Risiken für Versorgungssicherheit.
Der enorme Flächenverbrauch dieser Technologien zerstört Natur- und Erholungsräume, beeinträchtigt Landschaftsbilder und gefährdet in Regionen wie Bad Orb sogar sensible Bereiche der Trinkwasserversorgung.
Welche Alternativen existieren also?
Wasserstoff, häufig als Zukunftslösung präsentiert, ist jedoch kein Primärenergieträger wie Kohle oder Wind oder Sonne, sondern nur ein Transport- und der Speichermedium. Aktuell fehlen ein Wasserstoffnetz, industrielle Abnehmer in großem Maßstab und verlässliche Lieferverträge. Wasserstoff soll durch überflüssige Sonnen- oder Windenergie erzeugt, dann transportiert und gelagert werden und bei Versorgungslücken zur Stromerzeugung genutzt werden. Die Energieverluste auf diesem Weg liegen bei fast 80 Prozent. Also werden nur ca. 20 Prozent der ursprünglichen Energie zu Strom. Das macht Wasserstoff extrem teuer: Berechnungen gehen von Strompreisen um 87 ct/kWh aus, wenn Wasserstoff großflächig genutzt würde.
Batterien werden mehr und mehr genutzt um Stromspitzen bei der Photovoltaik zu speichern und diese später bei Strommangel zu nutzen. Für private Haushalte und Gewerbe kann das sinnvoll sein. Batterien können zukünftig als Sekunden- und Minutenreserven dienen. Jedoch werden sie nie eine tagelange Dunkelflaute überbrücken. In Sachsen entstand im Februar 2025 eine dreitägige absolute Dunkelflaute in denen weder Sonne noch Wind Energie lieferten.
Geothermie wird bereits jetzt punktuell eingesetzt, ist grundlastfähig, spielt jedoch in nationalen Maßstab keine Rolle.
Wasserkraft ist in Deutschland weitgehend ausgeschöpft.
Biomasse trägt nennenswert zur Stromerzeugung bei. Ein weiterer Ausbau ist jedoch kaum möglich, da er große Flächen beansprucht und zunehmend in ungesunder Konkurrenz zu Nahrungsmittelproduktion tritt.
Fossile Kraftwerke mit CO₂-Abscheidung (CCS Carbon Capture and Storage) existieren im Ausland und könnten Emissionen stark reduzieren. In Deutschland ist der Einsatz politisch umstritten, aber technisch möglich.
Kernenergie: Noch wäre es wirtschaftlich, sechs Kernkraftwerke als leistungs- und grundlastfähige und CO2-freie Energieerzeuger wieder zu reaktivieren. Dies wird jedoch 3 – 5 Jahre dauern und – es fehlt hierfür leider der politische Wille.
Small Modular Reactors sind kleine modular aufgebaute Kernreaktoren und werden in USA, Kanada, China, Russland, Japan und in zahlreichen anderen Ländern entwickelt. Deutsche Firmen treten als Zulieferer auf, jedoch existiert kein direkter Hersteller. Flüssigsalzreaktoren (Molten salt reactors) besitzen fortgeschrittene Reaktorkonzepte (Generation IV), werden in verschiedenen Ländern entwickelt, besitzen aber noch keine Marktreife.
Die Kernfusion ist eine Zukunftstechnologie, die industrielle Nutzung ist vor 2040 nicht zu erwarten.
Wasserstofffähige Gaskraftwerke sind durch die Bundesregierung als temporärer Ersatz der abgeschalteten Kern- und Kohlekraftwerke geplant. Lange Lieferzeiten und fehlende Erfahrung mit der beabsichtigten Umstellung auf Wasserstofftechnologie durchkreuzen wenigstens mittelfristig den für die Energieversorgung dringend notwendigen Einsatz dieser grundlastfähigen Gaskraftwerke.
Was muss geschehen:
- Reform des Strommarktdesigns
- Weiterbetrieb der Kohlekraftwerke als Übergangslösung
- CO₂ Abscheidung und -Speicherung (CCS)
- Wiederinbetriebnahme der letzten sechs Kernkraftwerke
- Nutzung heimischer Gasvorkommen (inkl. Fracking)
- Bau von rund 50 GW neuer Gasturbinenkapazität
Langfristig müssen wir auf neue, hochsichere Technologien setzen:
- Reaktoren der Generation 3+ mit passiven Kühlsystemen,
- Reaktoren der Generation 4
- Fusionsanlagen.
damit Bad Orb eine informierte Entscheidung treffen kann
Die Diskussion um den Windpark am Horstberg ist geprägt von starken Meinungen, schnellen Schlagworten und moralischen Appellen – doch oft fehlen die physikalischen, wirtschaftlichen, ökologischen und gesundheitlichen Fakten, die für eine verantwortliche Entscheidung unverzichtbar sind.
Damit ein Bürgerentscheid seinem Anspruch gerecht wird, muss die Bevölkerung umfassend und sachgerecht informiert sein. Das gelingt nur, wenn engagierte Bürgerinnen und Bürger aktiv dazu beitragen, fundierte Informationen zu verbreiten und ein Gegengewicht zu vereinfachenden oder ideologisch gefärbten Narrativen zu schaffen.
Bad Orb steht an einem Wendepunkt: Die positive Entwicklung der Kurstadt darf nicht durch politische Fehlentscheidungen gefährdet werden, die auf unvollständigen oder irreführenden Annahmen beruhen.
Deshalb braucht es jetzt die Unterstützung aller gesellschaftlichen Gruppen – Vereine, Gewerbetreibende, medizinische Fachleute, Hotellerie und Gastronomie, Familien, junge Menschen und Seniorinnen und Senioren.
Ein starkes Votum zeigt auch dem Projektierer unmissverständlich, dass ein Windpark auf dem Horstberg gegen den Willen der Bevölkerung durchgesetzt würde – mit allen Folgen für Vertrauen in Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Eine solche Entwicklung wäre für die Region schädlich und für das demokratische Miteinander gefährlich.
Demokratie lebt davon, dass Menschen sich einbringen, sachgerecht informieren, Verantwortung übernehmen und ihre Stimme erheben.
Jetzt ist der Moment, an dem Engagement zählt.